Abnehmen in einer Partnerschaft

10. Mai 2020 Categories: Abnehmen, Allgemein, Motivation, Podcast

Wenn du abnehmen möchtest und in einer Beziehung oder vielleicht sogar verheiratet bist, dann führt an diesem Thema kein Weg vorbei. Und es hilft dann nicht, von so pauschalen Empfehlungen zu hören wie etwa „akzeptiere deinen Partner, wie er ist“ oder „sei dankbar für deinen Partner und versuche ihn nicht zu ändern“.

Das ist alles schön und richtig, aber es hilft nun mal nicht sehr in der Praxis, wenn du entweder kurz davor bist oder mittendrin in einem Streit mit deinem Partner wegen dem Thema Ernährung und Gesundheit oder wenn du dich einfach fragst, wie du es in deiner Partnerschaft hinbekommen kannst, dass ihr beide euch besser ernährt, weil mindestens einer von euch abnehmen möchte

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Ich bin kein Beziehungsexperte, kenne mich aber mit Psychologie und Neurowissenschaften ganz gut aus und werde daher versuchen, es von dieser Seite zu beleuchten.

In meiner eigenen 7-jährigen Beziehung ist es immer wieder ein großes Thema, das großes Potenzial beinhaltet, zum Streit zu führen (und auch schon oft zu Streit geführt hat).  Genau das hat mich dazu geführt, mich mit dieser Thematik mal sehr gründlich zu beschäftigen und zu schauen, was da genau hintersteckt und wie man es besser machen könnte, also, so, dass man a) keinen Streit mehr deswegen hat und b) der Partner selbst möchte, dass die Ernährung umgestellt wird und mit Spaß – sag ich mal – dabei mitmacht.

Zuerst mal möchte ich die Fragen aller Fragen beantworten, wenn es um Abnehmen in einer Partnerschaft geht: Ist es möglich abzunehmen und seine Ernährung konsequent umzustellen und das auch durchzuhalten, wenn der Partner dabei nicht mitmacht bzw. sich weiter so ernährt wie vorher?

 

Dazu möchte ich dir eine ganz klare Antwort geben und die lautet: Nein, ist es nicht.

 

Es gibt wirklich viele Studien dazu, die ein sehr pessimistisches Bild zeichnen, was das Abnehmen in einer Beziehung angeht, wenn der Partner nicht mitmacht. Eine Ausnahme gibt es aber: Wenn man mit dem Partner nicht zusammenlebt oder sogar eine Fernbeziehung führt, dann ist es wesentlich unerheblicher für den eigenen Abnehmerfolg. Lebt man jedoch mit seinem Partner zusammen unter einem Dach, dann sieht es fast immer so aus, dass man keine Chance hat, wenn nicht beide an einem Strange ziehen oder der Partner einen zumindest tatkräftig unterstützt.

Dazu gibt es direkt mehrere, hochinteressante wissenschaftliche Erkenntnisse, die uns das Warum besser verstehen lassen.

  • Unsere Spiegelneuronen: Wir kopieren unbewusst das Verhalten unseres Umfeldes ganz gemäß der five chimps theory. Diese besagt, dass man das Verhalten eines Affen daran erraten kann, was die vier Affen in seinem Umfeld so tun

Ganz wichtig dabei im Kopf zu behalten: Man kann es selbst nicht wahrnehmen. Wenn du diesen Podcast schon etwas länger hörst, weißt du, dass das Meiste immer unbewusst abläuft und zwar ungefähr 90% unserer Handlungen. Nur Außenstehende sehen dann, was wir tun und wie wir uns verhalten – wir selbst würden das leugnen bzw. gar nicht wahrnehmen. Hinzu kommt, dass wir die verschiedenen Impulse einfach nicht bewusst steuern können.

 

Mal ganz konkret: Du hast plötzlich richtig Lust auf ein Stück Pizza.

 

Das liegt selten daran, dass wir gerade Hunger haben und die Nährstoffe benötigen, die in einer Pizza drin sind, sondern wir haben viel eher einen Impuls von unserem Unterbewusstsein, aus dem Unbewussten heraus erhalten, der uns gerade gewaltig Lust auf Pizza macht – und das haben wir nun mal nicht selbst gesteuert, also du hast in dem Moment nicht auf einen Knopf gedrückt und dann kam dieser Impuls und daraufhin dieses Gefühl, beispielsweise das Appetitgefühl oder das Verlangen.

Das dazu, weshalb es so wichtig, sich bewusst zu machen, dass wir selbst nicht mitbekommen, wie wir in bestimmte Richtungen gesteuert werden. Das ist ein bisschen so, als wären wir ein vollbeladener Güterzug, der gemütlich auf seiner Strecke fährt und wir die Aussicht genießen, also Passagier sind, und der Zug dahin fährt, wie eben gerade die Gleisen eingestellt sind. Und in diesem riesigen Netz aus Gleisen entstehen am laufenden Band Veränderungen, der Zug fährt dann eher ins Tal oder in die Berge, manchmal bergab, manchmal bergauf und erst wenn wir uns darüber bewusst werden, wenn wir echtes Bewusstsein erlernen und mit unserem Unbewusstsein umzugehen lernen, dann verlagert sich unsere Rolle vom Passagier zum Zugführer, der selbst die Gleisen stellt.

Und genau so funktioniert es auch in der Beziehung.

Ganz konkret heißt das: Wenn beide Partner sich dazu entscheiden, Passagier zu sein, ist alles gut – insofern, als dass es keinen Streit gibt und keine Unstimmigkeit. Es kann sein, dass es dann mal bergab geht und das ist vielleicht doof, aber dann geht es bald auch wieder bergauf und dann ist wieder alles gut. Wenn sich einer der Partner dazu entscheidet, plötzlich Zugführer zu sein, der andere Partner ist aber weiterhin Passagier und möchte damit gar nix zu tun haben, dann wird der Zug bei den nächsten Zweigstellungen auf Probleme stoßen, es besteht ein starkes Potenzial für Funken. Sind beide Partner jedoch freiwillig Zugführer und nehmen diese Rolle an, dann ist die Harmonie wieder hergestellt und es geht gemeinsam über neue Gleise zu einem neuen Leben, egal ob es bergauf oder bergab geht, denn beide haben sich ja gemeinsam freiwillig für diesen Weg entschieden.

Portionsgrößen und Essenszeiten in einer Beziehung:

  • Ganz unbewusst: Man nimmt noch mal oder isst generell, wenn der Partner isst
  • Man passt seine Portionen denen seines Partners an

Und nun, zu guter Letzt, was das Ganze überhaupt nicht einfacher macht: Man ist emotional an seinen Partner gekoppelt – immer.
Also zumindest wenn wir nun mal von einer intimen Beziehung ausgehen, in der beide Partner nicht nur aus irgendwelchen rationalen Gründen zusammen sind, sondern weil sie sich gegenseitig emotional anziehen und gerne Zeit miteinander verbringen, dann ist die emotionale Kopplung immer da. Und die führt zu einer Menge Verkettungen, die es noch mal wichtiger machen, dass beide an einem Strang ziehen:

  1. Man wird wesentlich stärker unbewusst von Menschen beeinflusst, zu denen man sich emotional verbunden fühlt – dazu zählen an vorderster Front der eigene Partner und die eigene Familie und beste Freunde. In manchen Fällen kommt relativ weit vorn auch das Haustier, d.h. wenn sich das Haustier schlecht fühlt, fühlt sich der Besitzer auch mies.
  2. Man kopiert unbewusst die Verhaltensweisen von Menschen, an die man emotional gekoppelt ist. Dies muss nicht mal unbedingt von den Spiegelneuronen ausgehen, sondern man inkorporiert Verhaltensweisen und Gewohnheiten von denen man nur hört, schon viel stärker von Menschen, an die man unterbewusst gekoppelt ist.
  3. Wir haben einen natürlichen, inneren Drang zur Harmonie und Konsistenz. Das heißt, wir handeln unbewusst immer so, dass diese Harmonie und Konsistenz erhalten bleibt. Und wenn das beispielsweise bedeutet, dass wir uns ebenfalls an der Pizza beteiligen oder nicht joggen gehen, weil unser Partner das nicht tut, dann sind wir unbewusst eher geneigt, diese Harmonie und Konsistenz nicht zu verletzen. Das Gleiche und noch wichtiger ist, dass das auch für Einstellungen gilt: Wenn unser Partner eine andere Einstellung als wir hat, dann versuchen wir uns seiner oder ihrer Einstellung anzunähern. Ganz konkret: Wenn er Ernährung und Gesundheit als unwichtig betrachtet, ist es massiv schwerer für uns, diesen Wert und eine andere Einstellung dazu in unser Leben zu inkorporieren.
  4. Wir möchten bewusst und unbewusst immer, dass sich unser Partner gut und wohl fühlt. Diesen Effekt kennen wir alle ganz gut, weil wir ihn gut bewusst wahrnehmen können. Stell dir mal vor, du triffst dich mit zwei Freundinnen und ihr sitzt in nem Café: Nun bestellst du und deine andere Freundin einen leckeren Kuchen. Daraufhin hörst du von der dritten Freundin, dass sie gerade abnimmt und nur einen Kaffee trinkt. Was bedeutet das für dich – auf emotionaler Ebene? Ganz klar: Du fühlst dich etwas schlechter und unwohler dabei, den Kuchen zu essen. Das heißt, wenn wir mit unserem Partner zusammen sind, sind wir rein aus Zuneigung und Liebe bewusst und unbewusst eher gewillt, uns eben auch ein Stück Pizza oder Kuchen zu genehmigen, damit sich unser Partner weiterhin wohl fühlt. Ganz selbstlos natürlich…

Nun also: Jede Menge Gründe, die einem gut veranschaulichen, wie wichtig es ist, dass beide Partner an einem Strang ziehen und zusammen ihre Einstellung ändern.

Und wie das am besten funktioniert und in der Praxis konkret aussehen könnte – auch dann, wenn der Partner es NOCH nicht ganz einsieht – das hörst du in der nächsten Folge!

Die Challenge für diese Woche ist damit, mal zu schauen, ob du nicht genau in dieses Muster tappst, indem einer von euch Passagier und einfach die Aussieht genießen möchte, während der andere Zugführer ist. Möchtet ihr wirklich beide dasselbe?

Ich bitte dich für diese Challenge einfach mal darauf zu achten, egal ob ihr nun abnehmen wollt oder nicht, wie sehr ihr euch gegenseitig beeinflusst in euren Handlungen, Denkweisen und Gewohnheiten. Die Sprache ist davon übrigens auch immer stark betroffen – wir passen uns also auch verbal unserem Partner an. Und es ist richtig spannend und teils lustig und augenöffnend, wenn man mal bewusst wahrnimmt, wie sehr man von seinem Umfeld, vor allem von seinem Partner, mit geprägt wird.

Ich wünsche dir eine wunderbare Woche und viel Spaß dabei!

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Frank Olschewski

Frank beschäftigt sich bereits sein halbes Leben lang mit den Themen Ernährung, Sport und Selbstmotivation (Ernährungswissenschaften & positive Psychologie) und hat sich mit Monster Fitness seinen größten Traum erfüllt. Er führt durch den Abnehmdschungel, deckt Märchen auf und stellt die wirksamsten Prinzipien zum Abnehmen auf seine ganz eigene Art dar.

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