Vom Warum, unserer Motivation und den Glückshormonen

1. März 2020 Categories: Abnehmen, Allgemein, Motivation, Podcast

Nach Gefühl würde ich sagen, dass draußen schon wieder mehr Jogger unterwegs sind, die sich ja so ein bisschen wie Murmeltiere verhalten: Im Winter hört und sieht man nichts von ihnen, aber dann, sobald die ersten Sonnenstrahlen kommen, krabbeln sie wieder aus ihren Löchern und bepflastern die Feldwege und Straßen.

Manche von ihnen halten sogar ihre Handys hoch und sammeln währenddessen Pokemon. Völlig legitim. Spannend wird es erst dann, wenn man sogenannte Verhaltensparadoxa beobachtet – so nenne ich die jetzt einfach mal. Das einfachste Beispiel ist die Beobachtung von Personen, die sich zum Fitness-Studio transportieren lassen, um dann dort das zu tun, was sie auf dem Weg dahin vermeiden, nämlich Bewegung. Mal ganz konkret: Das Fitness-Studio, das ich besuche, liegt im dritten Stock. Nun hat man die Qual der Wahl, wie man dorthin kommen möchte: Mit dem Aufzug oder über die Treppe.

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Soweit, so gut. Nun kann man dabei folgende spannende Beobachtung machen: Nicht wenige Personen nutzen den Aufzug, auf den man nicht selten mindestens 1 bis 2 Minuten warten muss – die Treppe dauert vielleicht 20 bis 30 Sekunden. Oben angekommen, ziehen sie sich dann um und… steigen auf den Stepper.

Ich kann da wirklich nicht anders und muss mir dann so mein Grinsen verkneifen. An einem Tag war ich mal so neugierig und habe mich dazu überwunden, mal zu der Person hinzugehen und zu fragen, weshalb sie die Treppe nimmt, aber dann auf den Stepper steigt, ob das nicht widersprüchlich sei. Ich konnte da einfach nicht anders. Die Antwort war: „Naja, ich fange ja erst hier mit dem Training an. Ich bin froh, wenn ich hier meine 30 Minuten Stepper rumbekomme, da muss ich nicht auch noch auf die Treppe.“

Das Ganze ist nun etwa fünf Monate her, ich habe die Person relativ regelmäßig zwei Monate lang gesehen und dann war sie plötzlich weg und ich habe sie seitdem nicht mehr im Fitness-Studio gesehen. Das, was die Person gesagt hatte, war eine sehr, sehr interessante Äußerung, die gar nicht so unlogisch klingt. Da steckt allerdings viel mehr hinter, als man auf den ersten Gedanken denken mag, denn:

Diese Person ging warum ins Fitness-Studio? Um 30 Minuten Stepper rum zu bekommen. Das Ziel war es, dieses Training zu absolvieren.

Dieses Ziel könnte vielleicht aus einem Fitnessmagazin gekommen sein, der Arzt könnte dazu geraten haben, aber ganz sicher, hat sich diese Person nicht selbst überlegt, warum sie das eigentlich macht. Es gibt einfach kein Warum. Es gibt keine intrinsische Motivation oder annähernd intrinsische Motivation. Es ist eine von der Motivation, den Glückshormonen und dem Warum entkoppelte Pflicht, die mehr oder weniger von außen auferlegt wurde.

Wenn wir unsere Handlungen so erledigen, gibt es keine Energie, keine Glückshormone, sondern im besten Falle nur Stress und Druck. Ich werde mal noch etwas krasser: Jemand, das unbedingt etwas erledigt bekommen möchte, aber nicht weiß, was der Sinn dahinter ist bzw. das für ihn oder sie selbst keinen Sinn ergibt, der brennt nicht von innen, sondern der verbrennt. Und hört dann irgendwann entweder von selbst auf oder wird dazu gezwungen, zum Beispiel durch einen Burnout, wie wir es in der Arbeitswelt heutzutage weit öfter als früher antreffen.

Es gibt Statistiken, die hervorragend darin sind, einem die Motivation zu nehmen: Angeblich hören über die Hälfte der Personen, die mit dem Sport anfangen, nach spätestens 3-4 Monaten wieder auf oder gehen nur noch sehr unregelmäßig dahin, bis sie schließlich ganz aufhören

Nach manchen Statistiken sind es sogar 80 bis 90%, die in den ersten sechs Monaten wieder aufhören.

Ziel und Sinn richtig verknüpfen

Es geht also wirklich darum, sich selbst nach den Sinn zu fragen, warum man das gerade tut. Also auf das Training bezogen: Warum verdammt noch mal gehst du ins Fitness-Studio? Was ist der Sinn dahinter? Der Sinn kann ja nicht sein „30 Minuten Stepper“ rum zu bekommen. Der Sinn kann auch nicht sein, den Arzt beim nächsten Termin zufrieden zu stellen. Es geht darum, den Sinn für sich selbst zu entdecken, sonst legt sich unser stets effizient, bequem handelndes inneres Monster einfach aus Unlust auf uns drauf und wir werden brauchen extrem viel Energie, um dranzubleiben, bis wir schließlich handlungsunfähig werden.

Und das Ganze geht auf neurowissenschaftlicher Ebene weiter: Nur wenn du deinen Sinn und dein Ziel bewusst vor Augen hast, kannst du es mit unserem inneren Belohnungssystem verknüpfen, das für Glückshormone, vor allem Dopamin sorgt, wenn du Handlungen unternimmst, die dich diesem Sinn und Ziel näherbringen. Und ganz wichtig: Ich sage extra nicht: Wir sollten unser Ziel kennen, sondern wir sollten es uns bewusst machen.

Etwas kennen ist wie: Joa, das Ziel kenn ich, ist doch klar, das ist das und das. Bewusst darüber sein, ist: In das Ziel reingehen. Darauf zugehen. Dir bei deinen Handlungen bewusst darüber sein, dass es dieses Ziel gibt, wie es aussieht und wie es sich anfühlt – das erzeugt Glückshormone und Motivation.

Ein extremes Beispiel ist ein Olympia-Athlet. Er träumt und fühlt, wie es ist, bei Olympia anzutreten, dort alles zu geben und sich genau darauf vorzubereiten, auf dieses Erlebnis, das ihm sein Leben bedeutet.

Wenn du nicht genau weißt, warum du etwas tust, solltest du erst mal damit aufhören und dich fragen, warum. Ganz ehrlich: Das ist besser, als sich wie ein Roboter mechanisch auf etwas zuzubewegen wollen, um dann festzustellen, dass du doch nur ein Mensch bist, der das ganz nicht wirklich möchte. Unser inneres Monster lässt sich nicht mechanisieren, sondern nur begeistern. Am Ende sagen wir dann: Ach man, das hat schon wieder nicht geklappt. Ich bekomme es einfach nicht hin, das muss meine Genetik sein oder ich bin einfach zu doof.

Diese Bewertung wäre sehr schade, aber ich habe sie schon oft gehört.

Was nötig ist, um unser Ziel zu verfolgen

Unser Warum hilft uns also. Motiviert uns – das weißt du inzwischen zur Genüge. Aber werden wir etwas ehrlicher: Ist das wirklich alles, was nötig ist? Die Frage ist doch eigentlich nicht: Warum? Sondern eher: Wie sehr? Wie sehr möchtest du es? Und noch genauer: Bist du wirklich bereit, die Energie, die nötig ist, in dieses Vorhaben zu stecken?

Wenn man ein Fitness-Magazin aufschlägt und darin wird mit der neuen „In 8 Wochen zur Traumfigur Technik“ geworben und du bist Feuer und Flamme – was bedeutet das? Das bedeutet, dass du auf der Suche bist nach einer Abkürzung. Das bedeutet, dass uns unser Ziel und unser Warum nicht so wichtig ist, um den ganzen Weg zu gehen.

Und unser inneres Monster ganz manchmal fast schon perfide werden: Manchmal reicht es uns auch aus, nur so zu tun, als würden wir etwas verändern wollen, damit wir unser Gewissen beruhigen.

Und genau das steuert uns dann dahin, einfach mal 30 Minuten auf dem Stepper zu verbringen, ohne genau zu wissen warum oder wohin die Reise gehen soll.
Das steuert uns dahin, nach 3-4 Monaten das Handtuch zu werfen und zu sagen: Ich Depp. Aber hey, ich habe es immerhin probiert. Gewissen beruhigt. Und man fängt wieder an, die alten Gewohnheiten aufzunehmen.

Sooo..

Das war nun eine ziemlich lange Erklärung für die letzte Challenge, bei der ich dich gebeten habe, dir drei Mal fünf Minuten in der Woche zu nehmen, um aufzuschreiben, was dein Ziel ist und warum. Nun bitte ich dich, dich wirklich mal nach dem Sinn zu fragen und danach, ob du bereit bist, die Energie dafür zu investieren. Ehrlich zu investieren. Keine Abkürzungen, sondern den ganzen Weg zu gehen.
Ziele geben Energie, aber nur dann, wenn du sie sehen und fühlen kannst. Formuliere dein Ziel aus. Schreib auf, wen du damit noch, außer dir selbst, positiv beeinflussen könntest. Schreib auf, wie du davon träumst, dich zu fühlen.

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Frank Olschewski

Frank beschäftigt sich bereits sein halbes Leben lang mit den Themen Ernährung, Sport und Selbstmotivation (Ernährungswissenschaften & positive Psychologie) und hat sich mit Monster Fitness seinen größten Traum erfüllt. Er führt durch den Abnehmdschungel, deckt Märchen auf und stellt die wirksamsten Prinzipien zum Abnehmen auf seine ganz eigene Art dar.

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